Green Hot Spots - Werder Bremen Queer Fans - Egal ob schwul, lesbisch, bi, trans oder hetero. Jeder ist willkommen! JUST QUEER, NOT DIFFERENT!
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Pressemitteilung
des Rat&Tat-Zentrums für Schwule und Lesben in Bremen e.V.
In Bremen spielt Gleichstellung in der 1. Liga Unter dem Motto „In Bremen spielt Gleichstellung in der 1. Liga“ nehmen acht Bremer Gruppen mit einem eigenen Wagen am Christopher Street Day (CSD Nordwest) in Oldenburg teil.
Hintergrund ist die bereits im Jahr 2001 beschlossene Ergänzung des Artikels 2 der Bremer Landesverfassung um das Diskriminierungsverbot aufgrund der sexuellen Identität. Leider haben nur wenige andere Bundesländer nachgezogen und auch im Grundgesetz vermisst man trotz eines Bremer Antrags im Bundesrat eine Änderung des Artikels 3 nach wie vor.
Der Schutz der sexuellen Identität und gleichgeschlechtlicher Lebensweisen durch die Verfassungen ist die notwendige Voraussetzung für die von uns geforderte Gleichstellung. Es geht auch darum, diese verankerten Grundrechte mit Leben zu füllen und im Alltag sichtbar zu machen. Die acht kooperierenden Gruppen (Stand.Up e.V., schwul-lesbischer Werder-Fanclub „Green Hot Spots“, Jugendgruppe „respekt“ im Rat&Tat-Zentrum, Lesbengruppe „Max & Mädels“ im Rat&Tat-Zentrum, das schwule Radio „Kanal Banal“, Elterngruppe im Rat&Tat-Zentrum, Gruppe des „Bi it“-Cafés im Rat&Tat-Zentrum, Coming-Out-Gruppe „Ans andere Ufer“ im Rat&Tat-Zentrum) spiegeln die Vielfalt des gesellschaftlichen Lebens wider. Daher laden wir alle Bremerinnen und Bremer ein, sich unserem Wagen anzuschließen und sich gemeinsam für unsere Rechte einzusetzn. Die Demonstration beginnt am Sonnabend, den 18.06.2011 um 12.00 Uhr. Start ist am Parkplatz in der Rosenstraße/Ecke Bahnhofstraße in Oldenburg.

 

Offener Brief an den Pressesprecher des Deutschen Fußball Bundes, Harald Stenger (31.03.2011)

Sehr geehrter Herr Stenger,

herzlichen Dank für Ihre schnelle Beantwortung unseres Schreibens vom 28. März, in dem wir uns über das „BILD“- Zeitungsinterview des Teammanagers der Deutschen Fußball Herren-Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, verärgert zeigten.

Leider konnten Sie uns in Ihrer Antwort nicht plausibel machen, weshalb Sie unsere Bedenken hinsichtlich der Aussagen von Herrn Bierhoff nicht nachvollziehen können. Leider gehen Sie auch auf unsere Argumentation nicht wirklich ein. Dass die Meinung zur Homophobie-Thematik des DFB von Herrn Dr. Zwanziger bis zu Oliver Bierhoff wie Sie anführen, bekannt ist, ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist ein sensibler Umgang mit konkreten Vorfällen. Und genau diesen bemängeln wir.

Es wird angeführt, dass jemand die Nationalmannschaft und deren Umfeld  fälschlicherweise als homosexuell dargestellt hätte. Doch das ist nicht richtig. Im “Tatort” sagt der fiktive Spieler die Sätze nicht, um ein Gerücht zu verbreiten, sondern um seine Haltlosigkeit zu betonen. Er reagiert auf den Verdacht, schwul zu sein, und sagt: „Uns Profi-Fußballern wird doch allen vorgeworfen, heimlich homosexuell zu sein, das hat doch nichts zu sagen.“

Sehr wohl haben wir verstanden, dass Herr Bierhoff sich deshalb auf Anfrage von Bild so geäußert hat, weil ihn und andere in der Nationalmannschaft eben permanente effekthascherische  Unterstellungen zum Thema Homosexualität treffen. Sein Gefühl, dass er die Nationalmannschaft missbraucht fühlt, wenn ständig falsche Behauptungen aufgestellt werden, um damit ein Thema prominent zu platzieren, ist aus seiner Position nur logisch.

Doch Herr Bierhoff hat anscheinend nur gehört, dass da jemand gesagt habe, die seien alle schwul. Dass er darauf so heftig reagiert und das Wort “Familie” als Kontrast und vermeintlichen Gegensatz zur Homosexualität benutzt, ist entlarvend. Auch dass er in diesen Sätzen einen Beweis für sinkende moralische Werte; einen Angriff auf sich und seine Familie, “die Familie der Nationalelf”; einen Missbrauch der Prominenz der Mannschaft sieht, macht sein Statement nicht klüger.

Zu Bedenken geben wir auch, dass die im „Tatort“ gewählten Sätze hinsichtlich des „Volkssports“ leider der Realität entsprechen. Die Menschen suchen im Internet massenhaft nach Wortkombinationen; bei Verantwortlichen und Spielern der Nationalmannschaft ist es meist das Wort „schwul“. Das heißt natürlich nicht, dass die halbe Nationalmannschaft schwul ist. Es bedeutet jedoch, dass es ein „Volkssport“ ist, dieses Gerücht zu verbreiten und zu diskutieren.

Und genau darum sorgen wir uns. Vom DFB erwarten wir eine differenziertere und sensiblere Umgangsweise in Interviews mit den Tabloids. Der sicherlich gut gemeinte „Tatort“ ist nicht so medienwirksam wie die negativen Auswirkungen, die dieses “Bild”-Interview von Herrn Bierhoff haben. Uns ist deutlich geworden, dass das Problem nicht nur auf irgendwelche Schwulenhasser in den Fankurven beschränkt ist, sondern dass auch die sich für aufgeklärt haltenden Verantwortlichen im Verband nicht sensibel genug sind. Auch können wir nicht verstehen, dass es überhaupt zu einer solch "entrüsteten" Reaktion kommt. Wäre der Umgang mit dem Thema Homosexualität selbstverständlich, wäre eine Ignorierung angemessen. Wir bitten Sie zu verstehen, dass es uns beschäftigt, wenn jemand entrüstet zurückweist homosexuell zu sein. Es ist weder ein Verdienst noch ein Manko schwul oder lesbisch zu sein! Wir z. B. haben bislang auch noch nie den Verdacht entrüstet zurückgewiesen, dass ein bei Queer Football Fanclubs organisierter Fan heterosexuell sein könnte.

Homophobie heißt wörtlich: Angst vor Homosexualität und Oliver Bierhoff hat der Homophobie im Fußball sein Gesicht gegeben und als einer seiner Repräsentanten damit unserem Gesprächspartner DFB, den wir sehr schätzen.

Deshalb erneuern wir hiermit unsere Bereitschaft zu einem „auf“- klärenden Gespräch mit Herrn Bierhoff.

Mit besten Grüßen

QUEERFOOTBALLFANCLUBS




11. internationales Queer Football Fanclub Treffen in Bremen

Bern, München, Bremen...

Das dritt nächste QFF-Treffen wird nach zwei Stationen im Süden im Herbst 2012 an der Weser stattfinden. Die Green Hot Spots haben sich beim 8. QFF-Treffen in Bielefeld auf diese Ausrichtung beworben und wurden einstimmig durch die 19 anwesenden Fanclubs gewählt.

„Wir freuen uns unsere Freunde im kleinsten Bundesland begrüßen und zeigen zu dürfen, dass Bremen mehr zu bieten hat als Knipp, Beck´s und Stadtmusikanten.“ so die Green Hot Spots selbstbewusst nach ihrer Wahl.

Der Termin wir sich nach Auslosung der WM-Qualifikation im Herbst 2011 entscheiden. Mögliche Termine sind 07.-09.09.2012 und 12.-14.10.2012.

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Aus aktuellem Anlas zur Stellungnahme zu den Übergriffen von Neonazis beim Bremer Hallenturnier am 19.12.2010 der Wanderers Bremen, UltrA-Team Bremen, Infamous Youth, Racaille Verte

Bereits beim Champions League Auswärtsspiel bei den Tottenham Hotspurs am 25. November 2010 fielen Mitgliedern der Green Hot Spots das Auftreten von Personen mit T-Shirts mit dem Aufdruck „Farge Ultras“ auf.

In einem Pub stimmten sich vor dem Spiel Werder-Fans gemeinsam ein und feierten Ihren Besuch in der englischen Hauptstadt.

Nach einiger Zeit und vielen freudigen Gesängen stimmten oben beschriebene Personen in der Mitte des Pubs „Scheiss St. Pauli“ Gesänge an und erweiterten diese binnen kurzer Zeit äußerst antisemitisch und rassistisch. Auch auf Bitten den Unterlassung anderer Besucher reagierten sie nicht. Die Personen wurden erst ruhiger, nachdem sie bemerken, dass die anwesenden Werder-Fans nicht auf derartig faschistische Gesänge reagierten und sich haben mitreißen lassen.

Wir, die Green Hot Spots, unterstützen die Forderungen in der Stellungnahme der Wanderers Bremen, UltrA-Team Bremen, Infamous Youth, Racaille Verte:


 

 

Stellungnahme zu den Übergriffen von Neonazis beim Bremer Hallenturnier am 19.12.2010

Wie bereits in den Jahren zuvor waren auch in diesem Jahr wieder mehrere hundert Ultras zur Unterstützung des SV Werder Bremen in die Bremer Stadthalle gekommen. Ein großer Teil der Fanszene des SV Werder bzw. der an diesem Tag anwesenden Personen ist seit mehreren Jahren für sein soziales und antirassistisches Engagement bekannt. Zu nennen sei an dieser Stelle beispielhaft die Tätigkeit der “Antidiskriminierungs-AG”, die neben weiteren Auszeichnungen mit dem Julius-Hirsch-Preis für ihre Aktivitäten geehrt wurde.

Das Turnier wurde in diesem Jahr ebenfalls von einer Gruppe rund um die „Farge Ultras“ besucht. Diese Gruppe unterstützt die Mannschaft des TSV Farge-Rekum, welche allerdings nicht bei diesem Turnier vertreten war. Bereits in der Vergangenheit gab es Bedrohungen seitens dieser Gruppe auf junge, antifaschistische Ultras des SV Werder. Die “Farge Ultras” stehen ebenfalls in Kontakt mit der Hooligan-Gruppierung „Nordsturm Brema” (NSHB), deren Mitglieder unter anderem an einem politisch motivierten Überfall auf Gäste einer Feier von antirassistischen Ultras im Ostkurvensaal (20.01.2007) beteiligt waren.

An diesem Tag fiel die Gruppe um die “Farge Ultras” vorerst nur durch das Tragen der Marke „Thor Steinar“ auf, welche aus neonazistischen Kreisen stammt und diese wiederum durch die erzielten Gewinne fördert. Im weiteren Verlauf brüllten sie rechte Parolen, z.B. „Hasta la vista, Antifascista“.

Im Rahmen des zweiten Spiels der Mannschaft des SV Werder begab sich die Gruppe um die “Farge Ultras” in die Nähe des Blocks, in dem sich die Fanszene des SV Werder gesammelt hatte. Es kam zu ersten verbalen Entgleisungen und Becher-Würfen in Richtung des Fanblocks. Unmittelbar darauf folgte der erste körperliche Übergriff von Seiten der Neonazis, woraufhin die Fanszene sich wehrte und versuchte, die Angreifenden zurückzudrängen. Zu diesem Zeitpunkt trafen auch einige Ordner_innen der Firma „Elko & Werder-Security“ in dem Bereich ein, nach eigener Aussage um “zu schlichten”. Diese Intention war zumindest nicht bei allen Ordner_innen erkennbar. Vielmehr wurde durch die Aussage eines Ordners, dass “es heute auf’s Maul gibt, ihr Antifa-Fotzen” deutlich, auf welcher Seite ein Teil des Ordnungsdienstes an diesem Tage stand. Auffällig auch, dass Teile des Ordnungsdienstes ebenfalls Kleidung von “Thor Steinar” trug (was übrigens bei ihrer Arbeit im Weser-Stadion nicht möglich wäre, da das Tragen der Marke dort verboten ist). Es kam im Verlauf des Tumults zu einem massiven Einsatz von Pfefferspray seitens des Sicherheitspersonals, woraufhin eine Person der Werder-Fans zusammenbrach und behandelt werden musste.

Als sich die Situation beruhigt hatte und offensichtlich wurde, dass die Gruppe der Neonazis um die “Farge Ultras” weiterhin unbehelligt das Turnier gucken darf, entschied sich die Bremer Fanszene dafür, geschlossen das Turnier zu verlassen, um diesen Vorfall nicht reaktionslos und unkommentiert stehen zu lassen.

Aus der sich weiterhin in der Halle befindlichen Gruppe Neonazis kam es im weiteren Verlauf des Turniers zum Wurf eines Bechers auf das Spielfeld, woraufhin ein Spieler die Gruppe aufforderte, dies zu unterlassen. Als Reaktion darauf stürmten vier Personen dieser Gruppe in Richtung des Spielfelds und beschimpften den Spieler. Der Trainer der Mannschaft des SV Werder wies daraufhin die sich in der Nähe befindenden Ordner an, die Personen aus dem Umfeld der Trainerbank zu beten. Statt dem Folge zu leisten, unterhielten und scherzten die Ordner mit den Neonazis und schüttelten ihnen zum Abschied die Hände. Ein weiteres Zeichen, dass sich ein Teil des Ordnungsdienstes an diesem Tag solidarisch mit der angreifenden Gruppe von Neonazis zeigte.

Wir positionieren uns eindeutig und vehement gegen das Auftreten der Neonazis. Wir rufen alle Vereine und Veranstalter_innen dazu auf, ein deutliches Zeichen zu setzen und Neonazis nicht zu ihren Veranstaltungen zuzulassen. Wir fordern Sicherheits- und Securitydienste dazu auf, rechtsoffene Tendenzen nicht zu dulden, sowie ihre Mitarbeiter_innen entsprechend auszuwählen und fortzubilden. Zudem fordern wir direkte Konsequenzen in Bezug auf die Personen, welche offensichtlich mit den Neonazis befreundet sind und/oder sich solidarisch mit ihnen zeigen. Des Weiteren fordern wir Polizei, Ordnungsdienst und Medien dazu auf, den Vorfall nicht als “Auseinandersetzung zwischen Fans” herunterzuspielen, sondern die Geschehnisse als das zu behandeln, was sie sind: Ein politisch motivierter Angriff von Neonazis.

Kein Fußball den Faschist_innen!

Wanderers Bremen, UltrA-Team Bremen, Infamous Youth, Racaille Verte



Queer Football Fanclubs fordern Sepp Blatter zu klaren Worten gegen Homophobie auf!

Seitdem sich Sepp Blatter, Präsident der FIFA, öffentlich zum Thema Schwule und Lesben und deren Auftreten bei den Fußball Weltmeisterschaften in Katar 2022 äußerte, grummelt es an der Basis der Fanorganisation Queer Football Fanclubs (QFF).

Bislang hat sich das weltweit größte Netzwerk schwul- lesbischer Fußball- Fanclubs bedeckt gehalten. Die Vergabe der WM 2022 an das kleine Land im Nahen Osten hatte schon genügend Ärger und Besorgnis in der Fußballfanszene hervorgerufen. Besonders unter Berücksichtigung der Nicht- Einhaltung der Menschenrechte fragen sic h viele Fans nach den Gründen für die Vergabe an Katar. Ausdrücklich beteiligte sich QFF aber nicht an dem Boykott- Aufruf der britischen Homosexuellenorganisation Gay Football Supporters’ Network (GFSN), die sich Sorgen um die Unversehrtheit der homosexuellen Sportler und Fans machte.Sosehr der Aufruf auch berechtigt ist, die Ängste nachvollziehbar sind: denn in Katar herrscht die Scharia und die Strafen für homosexuelle Handlungen – egal welchen Geschlechts – reichen von fünf Jahren Gefängnis bis zu 90 Peitschenhieben! Auch Schwule und Lesben aus dem Ausland unterliegen dem Strafgesetzbuch.

Doch nun ließen die Aussagen, die d er Präsident der FIFA, Sepp Blatter, laut Press Association, bei einer Nach- WM- 2010- Veranstaltung in Johannesburg äußerte, die Wogen erneut hochschlagen. Als er zu Besuchen homosexueller Fans befragt wurde, soll er gescherzt haben: „Dann sollten sie in der Zeit sexuelle Handlungen eben unterlassen!“
Diese Aussage des höchsten Repräsentanten des Weltfußballes hat jedoch das Maß des Erträglichen deutlich überschritten!
Zwar ist die FIFA eine Organisation, die sich immer gegen Rassismus und Diskriminierung ausspricht, dennoch ist Blatters Aufruf zur Leugnung der sexuellen Identität unerträglich.
Deshalb bittet QFF um eine klare Stellungnahme seitens der FIFA und regt an, dass man in diesem Zuge auch den Artikel 58 1a.) in den FIFA- Regularien, der sich gegen Diskriminierung wendet, um den Passus „sexue lle Identität“ erweitert.
 

Dirk Brüllau

Pressesprecher der Queer Football Fanclubs www.queerfootballfanclubs.com



ZUM ERHALT DER FANKULTUR

Demonstration am 09. Oktober 2010 in Berlin

Treffpunkt 13.00 Weltzeituhr am Alexanderplatz | Eröffnungskundgebung 14.00 Uhr
Organisatoren: Fan- und Ultraszenen aus Deutschland; ProFans (www.profans.de); BAFF (www.aktive-fans.de); Unsere Kurve (www.unserekurve.de)

Warum jetzt eine Demo für Fankultur?
Jeder, der sich etwas regelmäßiger mit Fußball in Deutschland auseinandersetzt, wird in der letzten Saison zahlreiche Horrormeldungen aus den Medien vernommen haben, die von einer Eskalation in den Fanszenen berichteten. Zeitweilig schienen sich die Schlagzeilen zu überschlagen. Und während die halbe Nation über die Vorfälle von Bochum (Nürnbergfans durch Pyrotechnik verletzt), Berlin (Platzsturm) oder anderswo debattierte, meldeten viele Fanszenen Stadionverbotswellen: Nürnberg, Hertha, München, Hamburg, Köln, Hannover, Bielefeld und einige mehr. Es gab Strafen, die bislang im deutschen Profifußball ein Novum darstellten: Verbote von Auswärtsfahrten (Nürnberg, Köln, Rostock, Dresden) oder die Schließung einer Heimkurve (Hertha, Bochum). Für das Vergehen einiger weniger wurden ganze Fanszenen bestraft. Vermehrt wurden Einschränkungen für Fans diskutiert und teilweise umgesetzt: personalisierte Tickets, Verbote von Fanutensilien und Choreographien, Verbote eigener Fanzines und so weiter. Dies alles sind Strafen, die kein Konzept der Prävention für künftige Zwischenfälle vorweisen und die in der großen Mehrheit völlig unbeteiligte, friedliche Fußballfans treffen.

Wie sahen die Reaktionen der Fangruppen aus? Wenn überhaupt, dann gab es kleinere Aktionen (z.B. in Form von Spruchbändern) in den einzelnen Kurven selbst. Aber passierte irgendetwas von mehreren Kurven zusammen? Eine tatsächliche Fangruppenübergreifende Aktion, die öffentlich antwortet, Vorwürfe kommentiert und evtl. richtig stellt, die zeigt was Fankultur neben einigen Negativschlagzeilen in der Regel Positives ausmacht, so etwas hat es schon seit Jahren nicht mehr gegeben. Daher ist nun, nach dem Chaos der letzten Saison und dem abgeklungenen Fußballboom der WM, die Zeit gekommen am Anfang der neuen Saison 2010/2011 auf die Straße zu gehen und zu zeigen, was uns Fankultur bedeutet und wert ist.



Aktionstag gegen Homophobie

im Weserstadion vom 24.04.2010

Die Antidiskriminierungs-AG vom Fan-Projekt Bremen veranstalteten zusammen mit den „Green Hot Spots – Werder Bremen Queer Fans“ am 24. April 2010 bei Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln einen Aktionstag gegen Homophobie im Fußball. Wie schon bei dem vorangegangen Aktionstag gegen Rassismus im Frühjahr 2009, stand eine Choreo in der Ostkurve im Mittelpunkt. Mitglieder der Ultra-Gruppen Infamous Youth, Racaille Verte und dem Fanclub Green Hot Spots gestalteten und präsentierten diese zum Anpfiff. Bereits seit einigen Jahren sorgt Infamous Youth durch den Doppelhalter „Fight Homophobia“ für Aufmerksamkeit. Zur Unterstützung der Aktion wurde vorab im Werder-Magazin vom 22.04.2010 eine kurze Ankündigung abgedruckt und die Antidiskriminierungs-AG und die Green Hot Spots verteilten auf jedem der 30000 Sitzplätze im Weserstadion einen Flyer gegen Homophobie und Sexismus im Fußball. Eine Aktion, die auch durch ein Banner des Kölner-Fanclubs „andersrum rut-wiess“ den Tag abrundete. (LW)
->Sehenswertes in der Rubrik Bilder



Werder Magazin Nr. 256 Seite 47
(Ankündigung Choreo "Fight Homophobia)



Werder Magazin Nr. 256 Seite 48




Werder Magazin Nr. 252 Seite 51(Februar 2010):







Viele Farben - ein Spiel!

Bremen, 28.11.2009:

Homosexualität ist das große Tabu im Fußball. Der Verband der schwul-lesbischen Fanclubs "Queer Football Fanclubs" und der DFB wollen das ändern. Gemeinsam wurde im Oktober die Aktion „Viele Farben- ein Spiel - gegen die Diskriminierung von Homosexuellen im Fußball“ beim Länderspiel gegen Finnland gestartet.
 
Die „Hot Spots – Werder Bremen Queer Fans“, die seit Oktober ebenfalls Mitglied der „Queer Football Fanclubs“ sind, nahmen diese Aktion zum Anlass eine Infobroschüre vor dem Weserstadion zu verteilen. Dank der Unterstützung durch Dieter Zeiffer und das Fan-Projekt Bremen, konnten am 28.11.2009 vor dem Bundesliga Spiel gegen Wolfsburg fast 1000 Exemplare vor dem Weserstadion verteilet werden. Die Hot-Spots waren von den ausschließlich positiven Reaktionen erfreut  Viele Besucher hielten Rückfrage und interessierten sich sehr für das Thema.
 
"Langfristig kann es nur unser Ziel sein, einen Unterschied zwischen hetero- und homosexuellen Fanclubs überflüssig zu machen. Mit unserm heutigen Einsatz gegen die Diskriminierung von Homosexuellen im Fußball möchten wir aufklären und laden jeden ein, zusammen gegen jegliche Art der Diskriminierung im Profi- aber vor allem auch Amateursport vorzugehen. Wir freuen uns über ein breite Akzeptanz, wissen aber auch von Problemen, die nach wie vor bestehen. Wir freuen uns mit der Unterstützung von Werder Bremen und dem Fan-Projekt ähnliches zu wiederholen.“ sagte Lars Wessel von den „Hot-Spots –Werder Bremen Queer Fans“

http://www.dfb.de/uploads/media/Flyer_Homophobie_RZ.pdf


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Queer Football Fanclubs QFF wächst weiter!

Kaiserslautern, den 20.09.2009

 

Beim 5. Treffen der schwul-lesbischen Fanclubs (QFF) in Kaiserslautern wurden am 9. Oktober 2009 einmütig drei Fanclubs aus Bremen, Duisburg und Zürich neu aufgenommen. Zudem wurden vier neue Mitglieder in den Sprecherrat gewählt.
"Dass die schwul-lesbischen Fanclubs immer mehr Mitstreiter in den Stadien bekommen, ist ein ermutigendes Signal", sagte Markus Delnef vom QFF-Sprecherrat. "Die Integration von offen homosexuellen Fans in die Fankurve ist ein wichtiges Zeichen gegen Diskriminierungen. Wir wünschen den Fanclubs in Bremen, Duisburg und Zürich viel Erfolg und viele friedliche Begegnungen mit anderen Fans."
Durch die Aufnahme der drei neuen Clubs sind inzwischen 18 Fanclubs offiziell in dem Netzwerk eingebunden; Fanclubs in Bochum, Mönchengladbach und Gelsenkirchen befinden sich in Gründung.

Lars Wessel von den Bremer "Green Hot Spots" sagte: "Langfristig kann es nur unser Ziel sein, einen Unterschied zwischen hetero- und homosexuellen Fanclubs überflüssig zu machen. Bis dies soweit ist, freuen wir uns, zusammen mit allen organisierten Fanclubs bei QFF die Stimme gegen Diskriminierung und vor allem für Normalität, in Bremen und überall wo wir sind, zu erheben!"

Das Treffen der schwul-lesbischen Fanclubs fand im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern statt. Organisiert hatte die dreitägige Veranstaltung der schwul-lesbische FCK-Fanclub "Queer Devils", der 1. FC Kaiserslautern hatte seine Räume für das Treffen im VIP Bereich des Stadions zur Verfügung gestellt. Zeichen der hohen Akzeptanz, die diese Organisation mittlerweile genießt.
Die Queer Football Fanclubs (QFF) sind das Netzwerk der schwul-lesbischen Fanclubs. Inzwischen sind Fanclubs aus Deutschland, Spanien und der Schweiz Mitglied. Sie wollen mit Aufklärungsarbeit und mit der Integration in die Fanszenen für mehr Toleranz werben und der im Fußball verbreiteten Homophobie etwas entgegensetzen.
Lesben- und Schwulenhass gibt es auf dem Rasen, aber auch in der Fankurve: Noch hat sich im deutschen, spanischen oder schweizerischen Profifußball kein aktiver Spieler getraut, öffentlich zu seiner Homosexualität zu stehen. Bei den Fans gilt das Wort "schwul" als eine Beleidigung des Gegners oder des Schiedsrichters.

Die Konferenz musste auch über Personalien entscheiden: So waren mit Christian Struck und Christian Deker im Sommer zwei Mitglieder des Sprecherrates wegen beruflicher Auslastung zurückgetreten. Aufgrund der gestiegenen Anforderungen an das Netzwerk wurde der Vorstand um zwei Personen erweitert. Zukünftig wird die Pressearbeit durch Dirk Brüllau (Queerpass Sankt Pauli) übernommen. "Die Nachfolge für Christian Deker ist eine große Ehre und eine noch größere Herausforderung für mich, die Meßlatte liegt hoch! Aber gemeinsam mit dem Sprecherrat-Team wird der Ball weiterhin in die richtige Richtung gespielt!" meinte Brüllau am Rande des Treffens.


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Deutscher Fußball Meister 1965, 1988, 1993 und 2004 --- Deutscher Pokalsieger: 1961, 1991, 1994, 1999, 2004 und 2009 --- Europapokalsieger: 1992